Zackenschötchen - die Gefahr kommt aus dem lipp. Südosten

 

Auf dem Köterberg
Zackenschötchen am Wegesrand

Die Säume der Feldwege am Köterberg sind bekannt für ihren Reichtum an Blütenpflanzen. Süßdolde, Nickendes Leimkraut, Kahle Gänsekresse, Wiesen-Bocksbart und andere Arten wachsen hier.

Aktuell fällt aber vor allem ein gelber Kreuzblütler auf, der auf den ersten Blick an die anderen gelb blühenden Arten dieser Familie erinnert. Ursprünglich in Ost- und Südosteuropa beheimatet hat sich das  Orientalische Zackenschötchen (Bunias orientalis) seit den 1980er Jahren nach Nordwesten ausgebreitet und inzwischen in Süddeutschland, Hessen und Thüringen aber auch entlang der Rheinschiene Massenbestände aufgebaut (Verbreitungsbild in FloraWeb).

Nördlich des Teutoburger Waldes tritt es im Kreis Lippe bislang nur vereinzelt auf, hat sich aber - von den meisten Wanderern unbemerkt - in den letzten Jahren massiv in den Wiesen- und Wegsäumen rund um das Köterberg-Plateau ausgebreitet.

Namensgebend sind die schief-eliptischen, später warzigen Schötchen | Foto: M. Füller

Akute Bedrohung der Artenvielfalt

Noch tritt die Art lokal in den Säumen auf....
aber das invasive Potential ist schon zu erahnen | M. Füller

Das Zackenschötchen bevorzugt nährstoffreiche Störstellen.
Als mehrjährige, schnellwüchsige Art kann es mit einer hohen Samenproduktion und erstaunlicher Regenerationsfähigkeit ausgehend von Einzelpflanzen schnell bis zu 2 m hohe Dominanzbestände aufbauen und andere lichtliebende Pflanzenarten verdrängen.

Gefährdet sind nicht nur die artenreichen Saumgesellschaften, sondern auch lückige Magerrasen. Auch in Wiesen und Weiden kann das Orientalischer Zackenschötchen eindringen und ist hier mit konventionellen Mittel kaum zu bekämpfen. Gerade für die artenreichen Halbtrockenrasen im lippischen Südosten ist dies eine ernste Gefahr.

Die Ausbreitung über größere Strecken erfolgt vor allem durch Ablagerung von kontaminiertem Boden oder aber auch durch unbeabsichtigten Transport bei der Pflege der Wegränder (Mahd oder Mulchen). Aufgrund dieses invasiven Potentiales und des potentiellen wirtschaftlichen Schadens (Heuwerbung) wird das Orientalische Zackenschötchen vom Bundesministerium für Naturschutz in der Grauen Liste der potentiell invasiven Arten geführt.

Was ist zu tun ?

Berichte aus den Problemgebieten wärmergetönter Landschaften lassen Schlimmes befürchten. Da die Fernausbreitung nur über menschliche Eingriffe erfolgt, sollte Erdaushub von Bunias-Standorten nicht woanders hingebracht werden. Zudem sollten Mähgeräte gereinigt und Mahdgut fachgerecht kompostiert oder entsorgt werden.

Vor allem ist - wie immer bei invasiven Pflanzen - die Entfernung der ersten angesiedelten Einzelpflanzen erforderlich. Im Fall des Köterberges erscheint es hierfür aber bereits zu spät zu sein.