Art des Monats Mai

Das Wiesenschaumkraut

Art:                    Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis)

Gattung:           Schaumkräuter (Cardamine)

Familie:             Kreuzblütler (Brassicaceae)

Allgemeines

Das Wiesenschaumkraut ist eine weit verbreitete heimische Wildpflanze und zählt zu den typischen Frühblühern feuchter Wiesen. Mit seinen zarten, weiß bis blassviolett gefärbten Blüten prägt es im Frühjahr vielerorts das Landschaftsbild. Die Pflanze erreicht eine Höhe von etwa 10 bis 60 cm und wächst bevorzugt auf feuchten, nährstoffreichen Böden, etwa auf Wiesen, Weiden oder an Waldrändern. Besonders wohl fühlt sie sich an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von April bis Juni. Typisch für die Familie der Kreuzblütler sind die vier kreuzförmig angeordneten Blütenblätter. 

Das Wiesenschaumkraut ist eine wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Insekten. Es bietet Pollen und Nektar für viele Bestäuber wie Bienen, Schwebfliegen und andere Insekten. Besonders bekannt ist die enge Beziehung zum Aurorafalter (Anthocharis cardamines), dessen Raupen auf Schaumkräuter als Futterpflanze angewiesen sind. Insgesamt nutzen etwa 45 Wildbienenarten die Pflanze, was ihre große Bedeutung für die Biodiversität unterstreicht. Die Vermehrung erfolgt sowohl über Samen als auch vegetativ über Rhizome. Die Samen werden durch einen Schleudermechanismus verbreitet, bei dem sich die Schoten explosionsartig öffnen. Eine Besonderheit ist die Anpassung an feuchte Standorte: Die Wurzeln enthalten luftgefüllte Gewebe, die der Pflanze das Überleben in sauerstoffarmen Böden ermöglichen. Die jungen Blätter sind essbar und haben einen leicht scharfen, kresseartigen Geschmack. Obwohl das Wiesenschaumkraut insgesamt noch häufig vorkommt und derzeit als ungefährdet gilt, ist regional ein Rückgang zu beobachten. Ursachen sind unter anderem die intensive Nutzung von Grünflächen und der Verlust feuchter Wiesenlebensräume.

 

 

Exkurs: 

Der Aurorafalter ist ein typischer Frühlingsschmetterling, der vor allem von April bis Juni fliegt und häufig auf Wiesen und an Waldrändern zu beobachten ist. Die Männchen sind an ihren auffälligen orangefarbenen Flügelspitzen gut zu erkennen, während die Weibchen eher schlicht weiß gefärbt sind. Seine Raupen entwickeln sich an Kreuzblütlern wie dem Wiesenschaumkraut, weshalb diese Pflanzen für den Falter besonders wichtig sind.

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