Hirschkäfererfassung in Kreis Lippe

Hirschkäfer-Männchen | Foto: B. Brautlecht

Hirschkäfer leben in alten Eichenbeständen mit absterbenden, modernden Althölzern und Totholz. Auch in naturbelassenen Parkanlagen, Obstwiesen und selbst in Gärten kann die größte heimische Käferart vorkommen. Die Larven besiedeln dabei unterirdische Totholzteile von Eichen, aber auch von anderen Baumarten, wie z.B. Obstgehölzen. Die fertigen Käfer ernähren sich vorzugsweise vom Baumsaft „blutender“ Eichen.

Mit der Intensivierung der Forstwirtschaft und dem Rückgang lichter, totholzreicher Eichenwälder ist der Hirschkäfer vielerorts selten geworden und gilt bundesweit als stark gefährdet. Als besonders geschützte Art steht diese größte heimische Käferart heute im Fokus des Naturschutzes.

Typischer Lebensraum des Hirschkäfers
Hirschkäfernachweise in Lippe

Die Biologische Station Lippe sammelt seit jeher Meldungen zu Hirschkäfervorkommen, zum Teile mit Hilfe von Presseaufrufen. So konnte eine aktuelle Verbreitungskarte des Hirschkäfers für den Kreis Lippe erstellt werden, die seither ständig aktualisiert wird. Ein eindeutiger Vorkommensschwerpunkt liegt traditionell im Südosten des Kreisgebietes. Vereinzelte Nachweise liegen aus Nordlippe - hier vor allem aus Hohenhausen - vor. In Kalletal und Extertal sind weitere Vorkommen zu vermuten. Aus dem Teutoburger Wald sind keine aktuellen Nachweise mehr bekannt. Auffällig ist auch das offensichtliche Fehlen der Art in der westlichen Hälfte des Kreisgebietes und in der Senne.
Fast alle Nachweise stammen aus Gebieten mit Eichenbeständen.

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Die Ergebnisse der Untersuchung sind publiziert worden: Sonnenburg, H. (2011): Der Hirschkäfer (Lucanus cervus L., 1758) in Lippe. Lippische Mitteilungen 80: 235-253.