Offene Weite für seltene Arten

Die Bergheide auf der lippischen Velmerstot im Eggegebirge ist ein einzigartiges, historisch gewachsenes Landschaftsbild – und ein bedeutender Rückzugsort für viele spezialisierte Pflanzen- und Tierarten. Einst entstand sie durch jahrzehntelange Rohstoffgewinnung in Steinbrüchen und der offen gehaltenen Umgebung. Diese lichtdurchflutete, offene Landschaft ist heute selten geworden – und bedroht.
Wird die Heide nicht mehr genutzt oder gepflegt, kehren Sträucher und Bäume zurück. Die Folge: Aus der wertvollen Heidelandschaft würde langsam wieder ein Wald entstehen. Um das zu verhindern, kümmern sich die Mitarbeitenden der Biologischen Station und die stationseigenen Weidetiere mit viel Einsatz um die Pflege der Flächen. Über das “Grüne Infrastruktur” Projekt werden nun gezielt Fichten entfernt, um den offenen Charakter der Landschaft zu erhalten. Heidepflanzen benötigen viel Sonne und nährstoffarme Böden – durch die zusätzlichen Pflegemaßnahmen werden diese Bedingungen wiederhergestellt.
Ein besonders hartnäckiger Gegner ist der Adlerfarn: Mit seinen großflächigen Wedeln nimmt er anderen Pflanzen das Licht und verdrängt sie über die Jahre. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wird der Farn von der Biostation jährlich gemäht. Zur Unterstützung übernimmt nun das Projekt Grüne Infrastruktur einen Teil der Arbeit. Der Farn wird konsequent 2x jährlich gemäht, um seine Ausbreitung zu stoppen und im Idealfall zurückzudrängen.
Auch die Heidelbeere – ein wichtiger Bestandteil der Heidevegetation – zeigt in manchen Bereichen Alterserscheinungen. Durch gezieltes Einkürzen wird sie zur Bildung neuer Triebe angeregt und langfristig vital gehalten.
Um zusätzlich den Erholungswert der Velmerstot zu erhalten, werden einzelne Gehölze entnommen, die die Sicht ins Tal oder über die Heidefläche verstellen. So wird der beeindruckende Blick von den Klippen und den dort aufgestellten Bänken wieder freigestellt.


