2011

Dezember 2011

Prachttaucher am Schiedersee

Der Beleg| Foto: B. Brautlecht

Am 06.12.2011 entdeckte Holger Sonnenburg in seiner Mittagspause einen Seetaucher am Schiedersee. Nach dem vor wenigen Wochen gesichteten Sterntaucher schien die Sache klar - er war wohl noch da. Erst die Auswertung der am selben Tag von Bernhard Brautlecht gemachten Bilder brachte es an den Tag. Kein aufgeworfener Schnabel! Also eindeutig ein junger Prachttaucher! Möglicherweise haben die Stürme an der Nordsee doch den ein oder anderen nordischen Wintergast weit ins Binnenland verdriftet. Aus Sicht der Geschäftsleitung ist hiermit eindeutig klar gestellt: Mittagspausen sollten unbedingt eingehalten werden. Wer weiß, welche Gäste so noch in Lippe entdeckt werden können......

November 2011

Der Sterntaucher - ein seltener Gast aus dem Norden am Schiedersee

Bereits am 5.11. 2011 wurde von einer Ornithologin auf einer Internetplattform auf diesen Vogel hingewiesen. Erst zwei Wochen später wurde der Sterntaucher wieder entdeckt – diesmal von Stationsmitarbeiter Holger Sonnenburg. Er und weitere Naturbegeisterte hatten das Glück, den Taucher am Samstag, den 19. November wieder zu entdecken. Dabei ließ der Vogel bei beginnender Abenddämmerung  immer wieder laut seinen lauten pfauenartigen Ruf und auch das Tremolo hören, ein ganz besonderes Erlebnis, das an Skandinavienurlaub erinnert.
Leider blieben Nachsuchen seitdem erfolglos. Offenbar ist der Vogel weitergezogen - und erfreut hoffentlich Vogelkundler in anderen Regionen...

 

 

Oktober 2011

Schwarzhalstaucher am Schiedersee

Der Beleg| Foto: B. Brautlecht

Anfang Oktober gelang Klaus Höwing die Beobachtung eines bereits im Schlichtkleid befindlichen Schwarzhalstauchers an der Emmereinmündung in den Schiedersee. Diese Art ist im Kreisgebiet seit dem Jahr 2006 nicht mehr gemeldet worden. Bislang liegen nur Beobachtungen vom Norderteich, den Zuckerteichen bei Lage und den Schönungsteichen der Kläranlage Lemgo vor. Es lohnt sich also, bei jedem vermeintlichen Zwergtaucher einmal genauer hin zu sehen.

September 2011

Steigende Zahl der Schwarstorchmeldungen

Junger Schwarzstorch | Foto: B. Brautlecht

Trotz zahlreicher Sichtbeobachtungen ist die Verteilung der Schwarzstorchbrutpaare in Lippe derzeit sehr unübersichtlich. Die Meldungen stammen z.T. aus Regionen in denen bereits langjähriger Brutverdacht besteht, ohne dass konkrete Daten bekannt wurden. Da aber im Kreisgebiet mindestens zwei neue Brutplätze gemeldet wurden, scheint der Bestandstrend positiv zu sein. Bei den zahlreichen Herbstbeobachtungen ist allerdings schon von einem höheren Durchzügleranteil auszugehen.

Juli 2011

Seltene Vogelarten in Nordlippe

Eine verblüffende Beobachtung für unsere Region gelang Dirk Grote bei Hensdorf. Hier singt über einen Zeitraum von nunmehr 10 Tagen ein Zwergschnäpper (Ficedula parva). Dieser kleine Schnäpper ist in unserer Region sehr selten zu beobachten. Aus den letzten 15 Jahren liegen Beobachtungen aus der Senne und dem Kreis Herford vor. In den Sammelberichten unserer OAG ist die Art bisher nicht verzeichnet gewesen. Etwas regelmäßiger - auch im Kreis Lippe - tritt dagegen inzwischen der Schlagschwirl (Locustella fluviatilis) auf. Allerdings gelang hier Jan Fleischfresser im Kalletal der Erstnachweis für Nordlippe. Auch hier handelt es sich um einen ausdauernden Sänger. Allerdings stehen bei dieser heimlichen Art direkte Brutnachweise für ganz OWL noch aus. 

Juni 2011

Häufig vorkommend, selten gesehen - Birkenzeisige in Lippe

Immer häufiger wird der Birkenzeisig als Brutvogel in den lippischen Siedlungsbereichen festgestellt. Trotzdem ist diese Vogelart bis heute vielen Vogelbeobachtern unbekannt, weil Birkenzeisige sich nicht so leicht beobachten lassen wie beispielsweise der verwandte Girlitz, dessen unverwechselbarer Gesang oft in einem auffälligen Singflug oder von exponierter Warte vorgetragen wird. Zudem werden singende Birkenzeisige oft mit dem ähnlich singenden Grünfink verwechselt. 
Wo in Lippe kommen weitere Birkenzeisige vor? Bitte melden Sie uns Ihre Beobachtungen, damit wir die in der nebenstehenden Karte dargestellten Fundorte aktualisieren können.

Birkenzeisig (Foto: Th. Garczorz)
Brutzeitfeststellungen vom Birkenzeisig im Kreis Lippe, Stand 21.Juni 2011

Mai 2011

Schwarzkehlchenbruten im Kreis Lippe

Ein südostlippisches Schwarzkehlchen| Foto: W. Maas

Das Schwarzkehlchen gehört zu den besonders empfindlich auf die Ausräumung unserer Landschaft reagierenden Vogelarten. Mit der Umwandlung der Heideflächen, der Intensivierung der Grünlandnutzung und dem zunehmenden Verlust nahrungsreicher Säume verschwand das Schwarzkehlchen und zählt seitdem zu den stark vom Aussterben bedrohten Vogelarten in NRW. Nördlich des Teutoburger Waldes war die Art im Kreis Lippe vermutlich seit den 1960iger Jahren ausgestorben. Noch 1925 hatte der Ornithologe Gustav Wolff 1925 allein in der Umgebung von Schötmar bei Bad Salzuflen mindestens 6 Brutplätze feststellen können. Um 1990 waren in  Nordrhein-Westfalen nur noch wenige Vorkommen bekannt. Zu den stärksten Brutvorkommen zählte die Population des TÜP Senne, die 1993 auf 40 Brutpaare geschätzt wurde. Erste Hinweise auf eine Wiederausbreitung der Art gaben Zunahmen in den verbliebenen Rückzugsgebieten seit Mitte der 1990iger Jahre.

Sensationell - für lippische Verhältnisse - war gleichwohl im Jahr 2009 eine von Dirk Grote festgestellte Schwarzkehlchenbrut bei Detmold. Seit diesem Erstnachweis geht es bergauf. 2010 gab es zusätzlich zu dem Detmolder Vorkommen einen Brutverdacht in der Umgebung von Barntrup. Für das laufende Jahr liegen Meldungen aus Oerlinghausen und erstmals auch aus dem lippischen Südosten vor. Hier konnte Werner Maas in der zweiten Maihälfte bereits Jungvögel der ersten Brut feststellen.

Im Zuge einer aktuellen Expansionsbewegung dieser Art wird der Brutbestand in NRW gegenwärtig auf 400-500 Paare geschätzt. Der Gefährdungsgrad in der aktuellen Roten Liste wurde von 2 auf 3 (gefährdet) verringert. Es besteht also Anlass zur Hoffnung, dass das Schwarzkehlchen wieder regelmäßiger Brutvogel im Kreis Lippe - auch außerhalb der Senne - wird. Entscheidend für die weitere Entwicklung sind die Erhaltung nahrungsreicher Saum- und Ruderalflächen und natürlich geschützte Brutplätze.

Ökologisches lippisches BirdRace

Kormoran| Foto: B. Brautlecht

Zwei lippische BirdRace-Teams beteiligten sich am 07. Mai an dem bundesweiten Wettbewerb. Diesmal ökologisch ausgerichtet mit dem Fahrrad. Spitzenreiter waren die Uhulogen mit 107 Arten. Das Team "Diesmal sehen wir mehr" war mit 92 Arten dabei. Da beide Teams per Fahrrad unterwegs waren, eine beachtliche Leistung. Im Vergleich mit den Vorjahren wird der Einfluss der zunehmend wärmeren Frühjahre immer deutlicher. Frühe Arten (Spechte) sind in der 1. Maiwoche zunehmend ruffaul. Der Zug der Entenvögel ist auch bereits vorbei, so dass Beobachtungen von in Lippe nicht mehr brütenden Arten immer schwerer werden. Ansonsten mal wieder ein wunderschöner, aber auch anstrengender Tag. Hintergrundinformationen zum bundesweiten BirdRace  finden Sie auf der Seite des DDA. Einen Bericht vom legendären ersten lippischen BirdRace können Sie hier herunterladen.

April 2011

Wiedehopf bei Detmold-Borkhausen

Wiedehopf | Foto: Dr. E. Breuker

In der ersten April-Woche konnte Dr. E. Breuker bei Detmold-Borkhausen einen über mehrere Stunden rastenden Wiedhopf beobachten und fotografieren. Der Wiedehopf ist als Brutvogel in Lippe um 1960 ausgestorben (letzte Brutnachweise in der Senne), wird aber hin und wieder während des Frühjahrszuges noch in Lippe beobachtet. So hielt sich ein Vogel am 26.04.2007 mehrere Tage in der Umgebung eines Hofes in Schwalenberg auf. Nicht geklärt werden konnte die Herkunft eines Totfundes im Juni 2006 bei Leopoldshöhe.

März 2011

Ornithologischer Sammelbericht 2010

Mäusebussard | Foto: B. Brautlecht

Dank Ihrer Hilfe können wir wieder einen umfassenden Überblick über die aktuelle Zusammensetzung der lippischen Vogelwelt geben. Ein Brutnachweis des Steinkauzes und gleich vier erfolgreiche Bruten der Rohrweihe zählen zu den besonderen ornithologische Höhepunkten des zurückliegenden Jahres. Auch die Beobachtungen von Moorente, Zwergschnepfe, Bienenfresser, Schilfrohrsänger und Bartmeise sind besonders erwähnenswert. Da muss man offensichtlich schon zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein….Gefangenschaftsflüchtlinge sorgten in 2010 für weitaus weniger Aufsehen als im Vorjahr. Während die größeren Vogelarten – allen voran die Gänse – weiter auf dem Vormarsch sind, ist der Rückgang der Meldungen bei einigen Singvogelarten erschreckend.

Den aktuellen Sammelbericht können Sie als pdf-Dokument hier herunterladen. Mehr Informationen zu den Berichten der letzten Jahre erhalten Sie hier.

Jahrestreffen der ornithologischen Arbeitsgruppe

Wiesenweihe | Foto: R. Haase

Dienstag 08.03.2011, 19.00 Uhr

Die neuesten Entwicklungen in unserer regionalen Vogelwelt. Neue Kartierungsprojekte, Informationsaustausch, Gleichgesinnte treffen. Kommen Sie doch auch einfach mal zu unserem Jahrestreffen. Nähere Informationen finden Sie hier.....

Ort: Biologische Station Lippe
Interessierte sind herzlich willkommen!