2015

Mai 2015

Ökologisches Lippisches Birdrace

Eisvogel | Foto: B. Brautlecht
Goldammer | Foto: R. Haase
Birkenzeisig | Foto: T. Garczorz
Buntspecht | Foto: B. Brautlecht

Ein BirdRace im Kreis Lippe ohne die artenreiche Senne ist eigentlich undenkbar. Aber in diesem Jahr wurde es Realität - die Senne war geschlossen!

Gezwungermaßen wählten die lippischen  Birdrace Teams "Die Uhulogen" (Ulrich Kuhlmann, Werner Maas, Heiko Seyer) und "Diesmal sehen wir mehr oder weniger" (Matthias Füller, Dietmar Lerche, Frieder Morgenstern) neue Strecken und starteten kurz nach 4.00 Uhr bei völliger Dunkelheit an unterschiedlichen Orten zu einem ganz im Zeichen der Vogelbeobachtung stehenden Tag.

Die "Mehrseher" beschränkten sich auf den lippischen Südosten und hatten bis 16.00 Uhr über 40 km zurückgelegt und dabei - wie im Vorjahr - exakt 88 Arten festgestellt. Die "Uhulogen" hatten mehr Biss und legten mehr Kilometer zurück. Für ihren Einsatz und deutlich höheren Zeitaufwand wurden sie mit dem beeindruckenden Ergebnis von 104 Arten (!) belohnt - verpassten dafür aber die abendliche Fußballberichterstattung.

Ein Abgleich der Ergebnislisten zeigt, dass mindestens 107 Arten erreichbar gewesen wären. Erkenntnis des Tages: auch ohne die Senne kann man im Mai im Kreis Lippe selbst mit dem begrenzten Aktionsradius von Fahrrädern mehr als 100 Vogelarten an einem Tag beobachten.

Insgesamt war es für alle Beteiligten wieder einmal ein schöner Tag mit tollen Beobachtungen bei strahlendem Sonnenschein und weitgehender Windstille. In Erinnerung bleiben singende Gartenrotschwänze, verspätete Silberreiher und natürlich Besonderheiten, wie durchziehende Fischadler oder aber das Glück einem Schwarzstorch zu begegnen.

Einen Bericht von der Atmosphäre bei dem ersten lippischen BirdRace können Sie hier herunterladen. Weitere Information zum BirdRace finden Sie auf der Internetseite des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten.

Wenn Sie Lust bekommen haben, beim nächsten BirdRace 2016 mit zu machen, so melden sie sich doch einfach bei uns. Damit wir im nächsten Jahr dem Kreis Herford, in dem 12 Teams (!!!) antraten, Paroli bieten können.

April 2015

Wiedehopf - Totfund in der Wörmkeaue

Toter Wiedehopf in der Wörmkeaue
Markante Federn |Fotos: M. Füller


In Nordrhein-Westfalen hat der Wiedehopf letztmalig 1977 gebrütet. Aktuell tritt er im Kreis Lippe nur noch als seltener Durchzügler auf. Abgesehen von dem Jahr 1998, aus dem 5 Beobachtungen vorliegen, scheint der Durchzug sehr schnell zu erfolgen, so dass Beobachtungen des auffälligen Vogels eher selten sind. Seitdem liegen aus 17 Jahren nur noch 5 Einzelnachweise bei uns vor. Eine dieser seltenen Begegnungen konnte Dr. Breuker in der ersten Aprilwoche 2011 fotografisch dokumentieren. Eine Ausnahme stellte ein sich um den 26.04.2007 mehrere Tage im Umfeld eines Misthaufens an einem Hof in Schwalenberg aufhaltender Wiedehopf dar.

Die vergleichsweise hohe Zahl der Totfunde (2 von 5 Individuen) zeigt nicht nur eine hohe Verlustrate, sondern könnte auch auf unbemerkt von den meisten Beobachtern schnell durchziehende Wiedehopfe hindeuten. In der unmittelbaren Umgebung des aktuellen Fundes wurde überraschenderweise bereits 1999 ein Wiedhopf gesehen - damals allerdings glücklicherweise lebend. Die Todesursache des aktuellen Fundes ist unklar. Da äußere Verletzungen nicht sichtbar sind, liegt aufgrund der Fundsituation der Verdacht
einer Kollision mit einem Auto nahe.

Wiedehopf in der Wörmkeaue - leider nur eine Manipulation, aber so hätte es sein sollen |Foto: M. Füller

März 2015

Ornithologischer Sammelbericht 2014

Ganz schön gut getarnt - Rohrdommel am Werler See | Foto: Th. Garczorz
Hybrid Grün- x Grauspecht am Hartigsee |Foto: J. Heimann


Die zu bewältigende Datenmenge ist gegenüber den Vorjahren weiterhin gestiegen. 160 Vogelkundler meldeten insgesamt rund 15.000 Vogelbeobachtungen zu 196 Vogelarten - eine Datenflut, die nur durch die Erweiterung des Redaktionsteams durch Christian Stolz zu bewältigen war.  

Aus der Fülle der Beobachtungen sollen hier nur ein paar Besonderheiten dargestellt werden. So wurde im April 2014 mit einem Triel, der auf einem Acker bei Lieme beobachtet wurde, eine neue Vogelart für den Kreis Lippe festgestellt. Für Diskussionen sorgte ein merkwürdiger grüner Specht am Hartigsee, der sich als Hybrid aus Grün- und Grauspecht erwies. Zu den weiteren herausragenden Arten zählten unter anderem Eisente, Uferrschnepfe, Bienenfresser und Rohrdommel. Unter den selteneren Wasservögeln haben Löffelente und Schnatterente erfolgreich in Lippe gebrütet. Ein gutes Jahr hatten auch die Greifvögel und Eulen. So gab es gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöhte Brutpaarzahlen und einen guten Bruterfolg  bei Schleier- und Waldohreulen, Uhu und Turmfalke. Auch bei den Milanen war die Brutsaison erfreulich. Weniger euphorisch stimmen die Ergebnisse zu Kiebitz und Neuntöter - beide sind in deutlicher Abnahme begriffen. Die Nilgans überraschte durch neue Rekordzahlen: mindestens 230, wahrscheinlich sogar über 300 Ex. hielten sich im Herbst 2014 in der lippischen Weseraue auf.

Wenn Sie mehr wissen wollen, so können Sie den aktuellen Sammelbericht hier ls pdf-Dokument hier herunterladen. Mehr Informationen zu den Berichten der letzten Jahre erhalten Sie hier.

Jahresversammlung der Ornithologischen Arbeitsgruppe

Kranich | B. Brautlecht

Dienstag 24.03.2015   19.00 Uhr   Biol. Station

Programm

  • Ornithologischer Sammelbericht für den Kreis Lippe 2014 (Holger Sonnenburg)
  • Schlafplätze und Wiederfunde lippischer Rotmilane - erste Ergebnisse individueller Markierungen (Jörg Westphal)
  • Beobachtungen extrem seltener Arten in OWL- Bericht aus der Arbeit der avifaunistischen Kommission (Eckhard Möller)
  • Impressionen aus einem Schwarzkehlchen-Revier (Bernhard Brautlecht)