Mai 2017

Lippisches Birdrace

Goldammer | Foto: R. Haase
Birkenzeisig | Foto: T. Garczorz
Buntspecht | Foto: B. Brautlecht
Kernbeisser | Foto: B. Brautlecht
Silberreiher | Foto: B. Brautlecht

Bundesweit 1070 Teilnehmer, allein 80 Teams in NRW - das BirdRace entwickelt sich zu einem Event in der Ornithologenszene. In OWL sind die Herforder mit 16 Teams unschlagbar - da wird keine Art übersehen! Auf den Plätzen folgen Lippe (4), Bielefeld (3), Gütersloh (2) Höxter (1) und Paderborn (2).

In Lippe waren die Sommergrillhähnchen, Die Uhulogen, Diesmal sehen wir mehr und als Nachwuchsteam die Stieglitze unterwegs (zum Download der Artenlisten auf die Teamnamen klicken). Während die Erwachsenen in der Regel mitten in der Nacht bei völliger Dunkelheit starteten, galten für die Kinder natürlich moderatere Zeiten.

Ein großer Teil der Faszination des Birdraces besteht darin, dass die Ergebnisse stark von der investierten Zeit und der Aufmerksamkeit der Beobachter abhängen, aber vor allem von den Aktivitäten der Vögel bestimmt sind. So wurden im Umfeld des Norderteiches von zwei fast parallel laufenden Teams ganz unterschiedliche Arten festgestellt. Man muss halt zur rechten Zeit am rechten Ort sein.

Den lippischen Spitzenplatz erreichten mit 89 Arten die Uhulogen, die auch am längsten (fast 20 Stunden) unterwegs waren. Mit 87 bzw. 86 Arten liegen die anderen Teams aber nah dran. Und auch die Stieglitze haben mit 24 Arten in 6 Stunden ein tolles Ergebnis erzielt. Ein Abgleich der Artenlisten zeigt, dass sogar ohne die an diesem Tag geschlossene Senne im Kreis Lippe mindestens 121 Arten erreichbar gewesen wären.

Im Gedächtnis bleiben natürlich die besonderen Beobachtungen. Hierzu zählen für die Mehrseher eine Wasserralle, die wie ein Kleines Sumpfhuhn sang, und so bis zur sicheren Bestimmung drei Tage lang für Verwirrung sorgte. Die Uhulogen konterten mit Fischadler, Waldschnepfe und Wespenbussard und die im Westen des Kreises aktiven Grillhähnchen hatten bei den Watvögeln (Kampfläufer, Rot-, Grünschenkel) eindeutig die Nase vorn.

Am Ende waren wohl alle müde, aber auch begeistert von vielen besonderen Beobachtungen und von dem Erlebnis, mit Gleichgesinnten unterwegs zu sein und die Schönheit und Vielfalt unserer Vogelwelt erleben zu können.

Wenn Sie noch nicht ganz verstanden haben, wie ein Birdrace-Tag abläuft und welche Regeln für die Teams gelten, so schauen Sie doch einmal in den Bericht vom 1. lippischen Birdrace.

April 2017

Ornithologischer Sammelbericht 2016 liegt vor

Das zu­rückliegende Jahr hatte eine ganz eigene Besonder­heit: eine an und für sich unspektakuläre Vogelart, die sicher der Vogelkundler schon in Lippe gesehen und vielleicht nie notiert hat, hat erstmals in Lippe gebrütet: gleich vier Paare der Lachmöwe ver­such­ten ihr Glück an den Zuckerteichen – wenn auch er­folglos.
Doch auch Artenjäger kamen 2016 wieder auf ihre Kosten: als echten Erstnachweis für die lippische Avifauna konnten Jörg Hadasch und Dieter Marten den Berghänfling in der We­seraue dingfest machen. Die Auenlandschaft bei Varenholz erwies sich auch darüber hinaus als hotspot für Vogelkundler. Wie­derholt gab es hier beachtliche Zahlen rastender oder über-winternder Entenvögel. Diese und viele andere spannenden Beobachtungsdaten können Sie dem neuen Ornithologischen Sammelbericht 2016 entnehmen.

Februar 2017

Vogelkundliche Exkursion in die lippische Weseraue am 26. Februar 2017

Exkursionsgruppe an der Weser | Foto: Stephan Plohmann

Das Exkursionsprogramm der Biologischen Station begann in diesem Jahr mit einer vogelkundlichen Winterexkursion in die Weseraue bei Varenholz. Unter Leitung von Holger Sonnenburg trafen sich morgens 14 Vogelkundler am Stemmer See, um von dort zu den Abgrabungsgewässern an der Weserfähre zu wandern.

Die Bestandszahlen der meisten Wasservogelarten lagen deutlich niedriger als in den Wochen zuvor, aber insgesamt kam eine ansehnliche Artenliste zustande. Zu den notierten nicht alltäglichen Arten zählten Pfeif-, Krick-, Schnatter- und Schellenten, Gänse- und Zwergsäger, eine Streifengans und Bekassinen. Eindeutige Höhepunkte waren aber die Mittelsäger. An zwei Gewässern konnte je ein Weibchen dieser in Lippe nur selten gemeldeten Art nachgewiesen werden. Da diese sich in Gesellschaft von Gänsesägern aufhielten, waren schöne Artvergleiche möglich.

Leider konnten die kurz zuvor gemeldeten Berghänflinge nicht gefunden werden. Ein großer Kleinvogelschwarm erwies sich als Bluthänflingsansammlung - auch eine schöne Beobachtung.

Wir danken der Firma Eggersmann und dem Campingpark Kalletal für die Betretungserlaubnis ihres Betriebsgeländes.