Der Eremit - ein Höhlenbewohner braucht Hilfe

Eremit am Höhleneingang| Foto: H. Sonnenburg

Auch bei intensiver Nachsuche bekommt man diese seltene Rosenkäferart fast nie zu Gesicht. Eremiten leben in Höhlen alter Laubbäume, vorzugsweise Eichen und Buchen. Diese geschützten Räume werden in der Regel nicht verlassen. Das Höhlendasein hat dem Käfer seinen Namen eingebracht. Zugleich trägt dieses sesshafte Verhalten entscheidend zu der starken Gefährdung der Art bei. Diese Käfer sind zwar flugfähig, machen aber nur selten von dieser Ausbreitungsmöglichkeit Gebrauch. Neue Lebensräume – lichte Wälder mit alten Bäumen – können kaum besiedelt werden, zumal wenn sie viele Kilometer voneinander entfernt liegen.

Hudewaldrelikt im NSG Externsteine | Foto: H. Sonnenburg

Im NSG Externsteine wurde der Eremit 2004 nach rund einem halben Jahrhundert wiederentdeckt. Es ist das einzig bekannte Vorkommen in Lippe. In Westfalen gibt es keine weiteren aktuellen Lebendnachweise, bestenfalls indirekte Hinweise durch Besiedlungsspuren (z.B. Kotpillen), die aber Jahre alt sein können. Die Larven leben im Holzmulm und machen eine mehrjährige Entwicklungszeit durch.

Der europaweit geschützte Eremit gilt als Charakterart alter Hudewälder. Eine starke Bedrohung geht von der fortschreitenden Ausdunkelung der wenigen verbliebenen Hudewälder und lichten Altholzbestände aus.

Diese resultiert aus der heute fehlenden Beweidung und der infolgedessen starken Vermehrung der Buche, einer ausgesprochenen Schattbaumart.

Durch gezielte  Biotopverbesserungsmaßnahmen versucht der Landesverband Lippe als Flächeneigner in enger Kooperation mit der Biologischen Station Lippe die Lebensbedingungen für den Eremiten und andere Lichtwaldarten zu verbessern. Dies tut Not, denn mehrere Bäume, die noch vor wenigen Jahren als Entwicklungsstätten dienten, sind unterdessen aufgrund fortgeschrittenen Zerfalls verwaist.