30.06.2012 - Ligusterschwärmer in Wöbbel

Diese früher weit verbreitete Schwärmerart wird in Ostwestfalen nur noch in den warmen Tal- und Hanglagen des oberen Weserberglandes regelmäßig gefunden (vgl. Pähler und Dudler 2010). Mit seinen wärmebegünstigten Muschelkalkböden gehört auch das im Südosten unseres Kreises liegende Pyrmonter Bergland zu den Rückzugsgebieten des Ligusterschwärmers. Seine imposanten Raupen finden hier in den auf flachgründigen Hangterrassen wachsenden Schlehen-Ligustergebüschen ein ausreichendes Nahrungsangebot. Gleichwohl werden Beobachtungen immer seltener. In den letzten Jahrzehnten sind nicht nur die wärmeliebenden Gebüschgesellschaften immer seltener geworden, zugleich verschwinden auch in unseren Dörfern immer mehr der früher zahlreich wachsenden Ligusterhecken. Deshalb sind aktuelle Nachweise dieser Art schon bemerkenswert. Aus den letzten Jahren liegen auch aus Blomberg Beobachtungen des Falters vor.

Zum Abflug bereit
Blühender Liguster - Nahrungspflanze der Raupen |Fotos: M. Füller

Der aktuelle Fundort - ein unmittelbar an der Emmer liegendes Grundstück - wurde vermutlich von dem Schwärmer nur überflogen. Vom Licht irritiert hat er seine Wanderung zu den bevorzugten Lebensraumstrukturen unterbrochen. Natürlich wurde der Falter nach der fotographischen Dokumentation an geschützter Stelle vor Ort belassen, damit er in den kommenden Nächten seine Wanderung fortsetzen und für eine neue Generation sorgen kann.

 

Wollte er hier hin? Schlehen-Ligustergebüsch im NSG Knappberg | Foto: M. Füller