Juli 2012 - Sonnenröschen-Bläuling im NSG Bierberg

Der Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis) breitet sich seit Mitte der 1990er Jahre zunehmend in der Region aus. Nachweise liegen aus der Umgebung von Steinheim und natürlich von den wärmebegünstigten Kalkmagerrasen im Kreis Höxter vor. Auch im Kreis Lippe wurde er verschiedentlich gemeldet, dürfte aufgrund seiner Ähnlichkeit mit Weibchen des bei uns noch relativ häufigen Hauhechel-Bläulings (Polyommatus icarus) jedoch oft übersehen werden.

Sonnenröschen-Bläuling
| Fotos: M. Füller

 

Charakteristisch im Vergleich zum Weibchen des Hauhechel-Bläulings sind die fehlenden Punkte an der Wurzel der Vorderflügelunterseite, die im dunklen Oberflügel deutlich sichtbaren Diskoidalflecken und die auf beiden Flügelseiten ausgeprägte orangene Fleckenreihe.

Aktuelle Fundorte im NSG Bierberg sind zwei lückige, südexponierte Böschungen am Rand von Magerweiden, wo der Sonnenröschen-Bläuling zusammen mit dem Braunen Feuerfalter (Heodes tityrus) und dem Kleinen Feuerfalter (Lycaena phlaeas) an Dost, Brunelle und Thymian beobachtet wurde. 

Fundort im NSG Bierberg | Foto: M. Füller

Als Ursachen für die Arealerweiterung werden die im Zuge des Klimawandels zunehmend wärmeren Sommerhalbjahre und eine Umstellung bei der Wahl der Raupennahrungspflanzen vermutet. Anstelle des bei uns insgesamt recht seltenen Sonnenröschens werden vermehrt kleinere Storchschnabel- und auch Reiherschnabelarten von den Raupen befressen.