August 2013 - Ulmen-Zipfelfalter bei Detmold beobachtet

Ulmenzipffelfalter - kennzeichnend ist die W-Zeichnung auf der Flügelunterseite. | Foto: M. Füller

Den Raupen des Ulmen-Zipfelfalters (Satyrium w-album) wurde durch das Ulmensterben die Nahrungsbasis entzogen. Entsprechend fehlen seit vielen Jahren aktuelle Nachweise des in der Region schon immer recht seltenen Schmetterlings. Um so überraschender war die zweimalige Beobachtung dieser Art bei Detmold durch Stefan Häcker. Am 01.08. sah er im Umfeld eines kleinen Flatter-Ulmenbestandes (Ulmus laevis) einen abgeflogenen Falter und konnte diese Beobachtung am Folgetag durch Fotografien bestätigen. Da bekannt ist, dass selbst vereinzelt stehende Bäume über Jahre hinweg von Ulmen-Zipfelfaltern besiedelt werden können, ist durchaus denkbar, dass dieses Vorkommen in den letzten Jahrzehnten einfach übersehen wurde.

Die wenigen Funde der letzten 20 Jahre in Ostwestfalen erfolgten zumeist im Weserbergland (vgl. Pähler & Dudler 2010). Zumeist handelt es sich um Mischwälder mit Restbeständen von Ulmen. Aus dem Jahr 1891 wird  ein Fund aus den damals noch Ulmen reichen Wäldern im Eggevorland bei Kohlstädt angegeben. Auch heute wären Vorkommen der Art hier durchaus denkbar.

 

Feldulme| Foto: M. Füller

Im Jahr 2013 wurde die Art auch im Kreis Höxter wieder nachgewiesen. Da Ulmen-Zipfelfalter nach Pähler & Dudler (2010, S. 285) "in wetterbegünstigten Jahren als Vermehrungsgast...aus Südosteuropa kommend bis zu uns" vordringen können, muss im nächsten Jahr geklärt werden, ob es sich wirklich um ein bodenständiges lippisches Vorkommen handelt. Gleichwohl ein Anlass, im Hochsommer überall in geeigneten Lebensräumen mit Ulmen (!) verstärkt auf Vorkommen dieser stark gefährdeten Falterart zu achten.

 

 

Nierenfleck-Zipfelfalter bei Lügde

Der Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae) gehört sicherlich zu den optisch attraktivsten Faltern unserer Region. Zumeist wird er in wärmebegünstigten Gegenden mit zahlreichen Schlehen-Hecken und blütenreichen Säumen beobachtet.

 

Entsprechend gehört der Nierenfleck-Zipfelfalter zum typischen Arteninventar der verbuschten Magerweiden und Halbtrockenrasen auf Muschelkalkböden in der Umgebung des Lügder Pyrmonter Talkessels. Hier werden die Eier überwiegend an Schlehen abgelegt. Im August gelangen mehrere Beobachtungen von Eier legenden Weibchen im NSG Winzenberg.

Farbenfroh - Flügelunterseite des Nierenfleck-Zipfelfalters| Foto: M. Füller
Weibchen | Foto: M. Füller
Weibchen des Nierenfleck-Zipfelfalters| Foto: M. Füller

Wesentlich häufiger als der ausgewachsene Falter werden im übrigen die Ei-Gelege gefunden.

Ei des Nierenfleckzipfelfalters | Foto: M. Füller
Die Eier werden an der Basis kleiner Äste abgelegt | Foto: M. Füller
Flugbereich des Nierenfleck-Zipfelfalters im NSG Winzenberg | Foto: M. Füller