Erster Nachweis der Gelbbauchunke im Kreis Lippe seit Jahrzehnten

 

Die Gelbbauchunke gehört zu den typischen Pionierarten unter den Amphibien. Da die Kaulquappen, im Gegensatz zu den adulten Tieren, nicht durch giftige Sekrete geschützt sind, nutzt sie zur Eiablage weitgehend vegetationsfreie Kleinstgewässer. Entscheidend für den Fortpflanzungserfolg ist das Fehlen von potentiellen Räubern - also Molchen, Fischen oder auch Käfer- und Libellen-Larven.

Diese Kleinstgewässer sind jedoch nicht nur in hohem Maße austrocknungsgefährdet, es gibt auch immer weniger davon. Der ursprüngliche Lebensraum der Gelbbauchunke waren die Überschwemmungsgebiete naturnaher Auen. Heute kommt die Art bei uns ausschließlich in Sekundärlebensräumen vor. Dies können Feldwege mit verdichteten Fahrspuren oder Rohböden mit Mulden sein, in denen zeitweilig Wasser steht. 

Unken zeigen durch die Warnfärbung ihrer Unterseite an, dass sie ungenießbar sind| Foto: U. Hoffmann
Aber auch eine perfekte Tarnung schützt | Foto: U. Hoffmann

Nicht nur in der Wahl der Laichplätze sind Gelbbauchunken anspruchsvoll. Zusätzlich müssen in der näheren Umgebung flache Aufenthaltsgewässer mit entsprechender Deckung, Landlebensräume und Überwinterungsmöglichkeiten vorhanden sein. So wundert es nicht, dass diese Art bei uns vor dem Aussterben steht.

Aber es gibt Hoffnung. Im angrenzenden Niedersachsen und in weiteren Projektgebieten wurde im Jahr 2011 im Rahmen des Bundesprogrammes Biologische Vielfalt ein Gelbbauchunken-Projekt gestartet.

Möglicherweise ist der aktuelle Nachweis ein Resultat der dortigen Schutzbemühungen. Da aussschließlich Jungtiere gefunden wurden, handelt es sich bei den nun in Lippe nachgewiesenen Unken vermutlich um abwandernde Jungtiere aus noch bestehenden Vorkommen in Niedersachsen. Da Unken sehr alt werden können, besteht Hoffnung, dass es vieleicht gelingt, das kleine lippische Vorkommen zum dauerhaften Bleiben zu bewegen.

Nur echt - mit der herzförmigen Pupille | Foto: U. Hoffmann

Aus Artenschutzgründen können wir bei dieser außergewöhnlich sensiblen und störungsanfälligen Art keine genaueren Auskünfte zum Fundort geben. Aber erste Maßnahmen zum Schutz des aktuellen Vorkommens wurden getroffen.

Wir danken Frau Ulrike Hoffmann für die Mitteilung dieses sensationellen Fundes!!