Besondere Beobachtungen des Jahres 2020

September 2020

Ein Biber am Emmerufer | J. Köllermeier

Endlich ein Biber in Lippe

Zum Glück hatte Jannis Köllermeier seine neue Kamera griffbereit, als er mit seiner Familie Ende Juni an der Emmer spazieren ging. Ein Säugetier, in der Emmer schwimmend und tauchend…da geht die Vermutung zunächst in Richtung Bisam oder Nutria, zumal diese von dieser Stelle bereits bekannt waren. Doch zum Glück haben Köllermeiers genauer hingeschaut. Der ganze Körperbau wirkte eher gedrungen und plump. Der Schwanz sah breit und flach aus und wurde buchstäblich hinterhergeschleppt. Und das gezielte Abbeißen von Weidenzweigen am Ufer, die dann ins Wasser gezogen wurden – das musste einfach ein Biber sein! Genauer gesagt: der erste lippische Biber seit etwa 1825! Näheres erfahren Sie  hier.

August 2020

Große Goldschrecke - wer hat wen im Blick? | Foto: M. Füller

Goldschrecken im Schwalenberger Wald

Mitten im geschlossenen Waldgebiet des Schwalenberger Waldes, auf der Hochfläche des Mörthes, wurde Anfang August in einem hohen Binsen-Landreitgrasbestand eine kleine Population der Großen Goldschrecke entdeckt. Wie meistens bei überraschenden Neubesiedelungen ist unklar, woher die Tiere gekommen sind und ob sie nicht eventuell unentdeckt bereits in den letzten Jahren vor Ort waren. Mehr zu dem Fund können Sie hier nachlesen.

Juni 2020

Fuchs´Knabenkraut | Foto: M. Füller

Halbtrockenrasen fehlt das Wasser

Halbtrockenrasen sind extrem artenreiche Lebensräume und werden deshalb aufwändig gepflegt und regelmäßig untersucht. Bei den Flächenbegehungen in diesem Jahr fiel das weitgehende Fehlen verschiedener Orchideenarten auf. Bei näherem Hinsehen wurde dann deutlich, dass noch viel mehr Arten seltener geworden sind. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie hier.

Pflaumen-Zipfelfalter | Foto: M.Füller

Heimliche Zipfelfalter

Von artenreichem Grünland und blütenreichen Säumen begleitete Hecken gehören zu den bevorzugten Lebensräumen des Pflaumen-Zipfelfalters. Wo er noch vorkommt, ist die Landschaft vielfältig geblieben. Deshalb wundert es nicht, dass auch diese Art bei uns selten geworden ist. Ihn zu beobachten ist ein Glücksfall - aber man muss genau hinschauen, um ihn zu entdecken. Anfang Juni war es wieder so weit. Sowohl bei Lügde, als auch bei Detmold wurde dieser unauffällige Falter beobachtet

Wir haben bereits im Jahr 2015 über ihn berichtet.

Mai 2020

Mehr als 50 Hirschkäfer wurden von einem unbekannten Täter zerlegt

Nicht zu übersehen - oder vielleicht doch? Hirschkäfer in Lippe

Der Hirschkäfer gehört zweifellos zu den attraktiven Tierarten, deren Begegnung man so schnell nicht vergisst. Und vielen Menschen ist in Erinnerung geblieben, dass die Biologische Station in der Vergangenheit schon zweimal über die Presse einen Aufruf gestartet hat, Sichtungen zu melden. So erreichten uns in diesem Jahr - ganz ohne Aufruf - eine ganze Reihe von Meldungen von lebenden oder zerpickten Hirschkäfern, vor allem aus Siekholz und Schieder, aber auch anderen Teilen von Südostlippe. Herr Bierwirth aus Siekholz fand an einer Stelle mehr als 50 zerlegte Käfer.

Also geht es dieser geschützten Art im Kreisgebiet noch gut, sollte man meinen? - Keineswegs, denn aus anderen Teilen des Kreisgebietes erreichen uns seit Jahren fast keine Meldungen.

Näheres zum Hirschkäfer in Lippe erfahren Sie hier.

Der erste Nachweis von D. Tiemann aus dem Jahr 2010 | Foto: D. Tiemann

Ringelnatter-Erfassung / Ein Beispiel für die Bedeutung der "Bürgerwissenschaft"

Bei der Erfassung der lippischen Tier- und Pflanzenwelt versuchen wir, das Wissen von Bürgern zu nutzen. Stärker Interessierte engagieren sich oft in einer unserer Arbeitsgruppen. Wie wichtig aber auch Zufallsmeldungen von Jedermann sind, zeigt die aktuelle Verbreitungskarte der Ringelnatter im Kreis Lippe. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie hier.