Ringelnatterverbreitung im Kreis Lippe

 

Der natürliche Lebensraum der Ringelnatter sind Auenlandschaften. Das Verbreitungsbild in NRW ist jedoch recht lückig geworden. Ursache hierfür sind die Zerstörung unserer Auen und die zunehmende Zerschneidung der Landschaft. Im Kreis Lippe galt die Art als ausgestorben, da historische Angaben nicht bestätigt werden konnten.

Der Nachweis der Ringelnatter ist jedoch nicht einfach, so dass vor allem kleine Restvorkommen leicht übersehen werden. Da die absolut harmlose Ringelnatter Siedlungsbereiche nicht meidet und hier beiläufig von Gartenbesitzern und Passanten eher bemerkt wird, sind Hinweise aus der Bevölkerung für die Erfassung der Art enorm wichtig. Begegnungen mit Schlangen sind etwas so Besonderes geworden, dass jede Beobachtung im Gedächtnis bleibt und oft auch Gesprächsstoff in der Nachbarschaft wird. Sofern dies nicht direkt an uns gemeldet wird, sind wir dann oft auf gut vernetzte Bürger, wie D.Tiemann oder M. Niemann aus Lügde angewiesen, die solche Beobachtungen weiterleiten.

Natürlicher Lebensraum an den Ufern der Emmer.
Auch in der Stadt Lügde erfolgen viele Beobachtungen. | Fotos: M. Füller

Citizen science - Bürgerwissenschaft am Beispiel der Ringelnatter

Dank der Meldungen aus der Bürgerschaft hat sich unsere Kenntnis zur Verbreitung der Ringelnatter seit 2010 stark verbessert. Das nebenstehende Verbreitungsbild zeigt aber auch die Grenzen der Methode auf. Die scheinbare Bevorzugung des Siedlungsbereiches durch die Ringelnatter ist durch die Verteilung der Beobachter bedingt. Im Siedlungsbereich wird die Art einfach besser entdeckt.

Wie gefährdet die Ringelnatter im Siedlungsbereich ist zeigen die Meldungen von überfahrenen Schlangen. Selbst ausgewachsene Schlangen mit einer Körperlänge von bis zu 1,8 m, die zum Aufheizen auf dem Straßenasphalt liegen, können oft nicht rechtzeitig flüchten und werden überfahren. Für junge Schlangen (ca 20 cm) scheinen schon Bordsteine eine unüberwindbare Hürde darzustellen.Das Leben in der Stadt ist zumindest für Ringelnattern nicht einfach.

Aus dem übrigen Kreisgebiet liegen aktuell keine Ringelnatter-Meldungen vor.

Die "kleine Emmer" an der Stadtmauer ist neben Gärten mit Trockenmauern und Teichen Lebensraum der Ringelnatter in Lügde | Foto: M. Füller

Zerschneidung / Verkehrsopfer

Die größte Gefahr für Ringelnattern ist der Straßenverkehr. Selbst auf landwirtschaftlichen Wegen ist das Risiko offensichtlich groß. Oft liegen die Verletzungen in den hinteren Bereichen des Schlangenkörpers - ein Indiz für eine zu langsame Fluchtgeschwindigkeit.

Verkehrsopfer: junge Ringelnatter
... ausgewachsene Ringelnatter.
Tödliche Verletzung | Fotos: M. Füller

Annäherung an eine Ringelnatter

In ihrer natürlichen Umgebung sind Ringelnattern nur schwer zu beobachten. Mit ihrer geringen Größe und geschützt durch ihre Tarnfarben verschwinden sie in der Vegetation. Sonnenplätze liegen zumeist benachbart zu Gebüschen, in die sich die aufgeschreckte und voll erwärmte Schlange bei Gefahr schnell zurückziehen kann. Für langsame Fußgänger reicht dieses Fluchtverhalten allemal aus.

Annäherung an
eine Ringelnatter
in den Emmerwiesen | Fotos: M. Füller

Danksagung

Wir danken Allen, die uns mit ihren Meldungen geholfen haben etwas mehr über die Verbreitung der Ringelnatter in Lippe zu erfahren. Hier insbesondere  Diether Tiemann und Merlin Niemann aus Lügde.