Schlafplatz für den Siebenschläfer




Ein Anruf aus dem Extertal führte kürzlich zu einem besonderen Einsatz. In einem Wohnhaus hatte sich ein Siebenschläfer hinter einer Isolierung zurückgezogen und dort seinen Winterschlaf begonnen. Ein Verbleib des Tieres im Gebäude war nicht möglich und die winterlichen Temperaturen schlossen ein Aussetzen ins Freie aus. Zufällig lagerte in der Biologischen Station noch ein ungenutzter Siebenschläfer-Kasten, der an einem geschützten Standort im naturnahen Garten aufgehängt und mit Heu sowie trockenen Blättern ausgepolstert wurde – ein sicheres, gut isoliertes Quartier für den kleinen Bilch.
Lebensraum und Vorkommen in Lippe
Der Siebenschläfer gehört zur Familie der Bilche und bewohnt bevorzugt struktur- und höhlenreiche Laub- und Mischwälder. Auch alte Streuobstwiesen und naturnahe Gärten bieten ihm geeignete Lebensbedingungen. In Lippe stammen die meisten Nachweise aus dem Umfeld des Teutoburger Waldes, vor allem aus dem Raum Detmold. Weitere Vorkommen gibt es aus dem Umfeld des Blomberger- und Schwalenberger Waldes. Der aktuelle Fund aus dem Extertal ist der erste Nachweis aus Nordlippe und erweitert somit das bekannte regionale Verbreitungsbild. Spannend ist der Fund außerdem, da sich der Kreis Lippe an der nordwestlichen Arealgrenze des Siebenschläfers befindet.
Winterschlaf
Der bis zu sieben Monate dauernde Winterschlaf ist namensgebend für die Tiere. Siebenschläfer suchen hierfür hohle Bäume, Baumstümpfe oder gut isolierte Nischen auf. In Siedlungsnähe nutzen sie ruhige Rückzugsorte auf Dachböden, in Schuppen oder in Nistkästen. Unter den Säugetieren halten sie den Rekord für den längsten Winterschlaf. Um während dieser Zeit Energie zu sparen, reduzieren die Tiere ihren Herzschlag und ihre Körperwärme wird auf 3 bis 5 °C gesenkt. Bis zum nächsten Frühjahr verlieren die Siebenschläfer bis zu 50 Prozent ihres Körpergewichts.
Um mehr über die Verbreitung zu erfahren freuen uns über Hinweise, wenn Sie auch schon einmal einen Siebenschläfer in Lippe beobachtet haben.