Sanierung von Stillgewässern im Salkenbruch stärkt Amphibienschutz

Februar 2026 | Schwalenberg

Das 285 ha große FFH-Gebiet Salkenbruch ist Teil des NSG Schwalenberger Wald und liegt zwischen Schwalenberg und Rischenau. Es umfasst einen Senkungsbereich, der zum Bruchliniensystem des Falkenhagener Liasgrabens gehört. Aufgrund der Wechsellagerung von Sandsteinen und Tonen im Keuper und der stauenden Lehme und Liastone ist das Salkenbruch durch zahlreiche Quellhorizonte und Quellbäche geprägt. Beherrschendes Gewässer ist der von Schwarzerlen-Galeriewäldern gesäumte naturnahe Steinbach. 

In dem reliefreichen Gelände wurden in den 1980er Jahren mehrere Artenschutzgewässer (zumeist als aufgestaute Durchflussteiche) angelegt, die heute weitgehend verschlammt sind. Aufgrund der rasanten Sukzessionsverläufe in den ehemaligen Artenschutzgewässern und der allgemeinen Abtrocknung sind seit den frühen 1990er Jahren viele Arten verschwunden (u.a. Spreizender Hahnenfuß, Kleines Granatauge) oder extrem selten geworden. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, haben wir Anfang dieses Jahres gemeinsam mit dem Kreis Lippe und dem Landesverband Lippe zwei inzwischen nahezu vollständig trockengefallene Stillgewässer im Salkenbruch umfassend saniert.

Als FFH-Gebiet unterliegt der Salkenbruch dem europäischen Verschlechterungsverbot. Ziel der Maßnahme ist es daher, den Erhaltungszustand besonderer Lebensraumstrukturen und geschützter Arten langfristig zu sichern. Im Fokus stehen hierbei insbesondere der Kammmolch (Triturus cristatus) als FFH-Zielart sowie mehrere Libellenarten. Darüber hinaus profitieren aber natürlich auch andere Amphibienarten, wie Erdkröte sowie weitere heimische Molcharten von der Wiederherstellung geeigneter Laich- und Lebensräume. 

Die Sanierung der beiden Gewässer im Salkenbruch ist Teil eines umfassenderen Gesamtkonzepts. In den Naturschutzgebieten Schwalenberger Wald und Salkenbruch wurden in den vergangenen 30 Jahren bereits neun Gewässer auf dem Mörth neu angelegt oder wiederhergestellt. Mit den nun umgesetzten zwei weiteren Gewässern im Salkenbruch wird dieses Netzwerk gezielt verdichtet. Weitere Maßnahmen befinden sich bereits in Vorbereitung. Ziel ist die bessere Vernetzung von Gewässerbiotopen, die Verbesserung des Wasserhaushaltes sowie die langfristige Sicherung und Stärkung der Amphibienpopulationen – insbesondere der regional bedeutendsten Kammmolch-Population im Schwalenberger Wald.

Die Maßnahme wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Kreis Lippe und dem Landesverband umgesetzt. Der Landesverband stellte als Flächeneigentümer die Flächen zur Verfügung und ermöglichte somit die Umsetzung. Ein besonderer Dank gilt den Revierförstern Josef Geisthoff und Ute Reckefuß sowie Susanne Hoffmann, Leiterin der Forstabteilung. Ebenfalls beteiligt war die Untere Naturschutzbehörde für Genehmigung, rechtliche Grundlagen, sowie Finanzierung der Maßnahme aus Ausgleichs- und Ersatzgeldern. Die Biologische Station Lippe übernahm die gesamte fachliche Planung, sowie Baubegleitung der Maßnahme.

Wir werden die Gewässer natürlich auch in Zukunft weiter beobachten und die ökologische Entwicklung durch ein Monitoring von Amphibien, Libellen und Wasserpflanzen begleiten.

Allen Beteiligten sowie der ausführenden Firma Bernd-Bau aus Lügde gilt ein herzlicher Dank für die unkomplizierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit! Wir freuen uns über die gelungene Sanierung der beiden Gewässer und gehen davon aus, dass bereits im kommenden Frühjahr eine erste Besiedlung durch Amphibien und andere Gewässerarten stattfinden wird.

 

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