Emmer-Altwassersanierung 2021

Juli 2021: ausgetrocknetes Altwasser bei Ankunft des Baggers

Im Sommer 2021 wurde mit Mitteln des Landes NRW auf landeseigenen Flächen ein 163 m langer Abschnitt eines Emmer-Altwassers entschlammt und damit eine Optimierungsmaßnahme des Jahres 1994 wiederholt. Zum Erhalt der durch Verlandung und Abtrocknung gefährdeten Kammmolch-Population und zur Förderung seltener Arten früher Altwasser-Entwicklungsstadien wurde das alte Emmerflussbett mit unterschiedlichen Tiefenzonen erneut profiliert.

Da sich die Geschwindigkeit der Verlandung der Emmer-Altwasser im Zuge des Klimawandels ernorm beschleunigt hat  ist die Existenz dieses typischen Auen-Lebensraumes zunehmend abhängig von einer zyklischen Wiederholung der Optimierungsmaßnahmen.

Zielarten

Kleines Granatauge
laichende Erdkröten
Spreizender Hahnenfuß
Dreifurchige Wasserlinse | Fotos: M. Füller

Einige Libellen, wie z.B. die Granataugen, benötigen zur erfolgreichen Reproduktion Freiwasserzonen mit Schwimmblattgesellschaften. Werden diese mit zunehmender Verlandung von Röhrichten verdrängt, verschwinden diese Arten. Ebenso gravierend wirkt sich eine frühe Abtrocknung auf die Überlebens-chancen der Amphibien aus. Nur wenn die Larven ihre Entwicklung im Wasser erfolgreich abschließen können, ist das Heranwachsen der nächsten Generation gewährleistet.

Maßnahmedurchführung

Markierung der zukünftigen Uferlinie mit Pfosten / Profilierung flach ausgezogener Ufer und Tiefenzonen / Zwischenlagerung der Sedimente zum "Ausbluten" im Randbereich. Deutlich ist im letzten Bild die Mächtigkeit der Sedimente und das ehemalige Altwasserniveau vor Maßnahmebeginn zu sehen.

1994 betrug die Wassertiefe an dieser Stelle etwa 1 m. Im vergleichsweise feuchten Sommer 2021 waren es nur wenig mehr als 20 cm. Mit dem Fortschreiten der Maßnahme wird der gewundene ehemalige Flussbettverlauf sichtbar.

Rund 1.300 cbm fruchtbarer Auenböden wurden auf landwirtschaftlichen Flächen in der Umgebung aufgebracht, nachdem Analysen ergeben hatten, dass die Sedimente unbelastet waren.

Zustand November 2021. Im Winter wird der Wasserstand allmählich weiter ansteigen. | alle Fotos: M. Füller

Danksagung

Die Durchführung dieser Maßnahme war nur möglich, weil viele Kooperationspartner uns unterstützt haben. Hierzu gehören die Mitarbeiter des Dezernates 51 der Bezirksregierung Detmold (Finanzierung), der Unteren Naturschutzbehörde und der Vergabestelle des Kreises Lippe (Genehmigung, Abwicklung des Vergabeverfahrens), die Landwirte auf deren Flächen die Sedimente aufgebracht wurden und die Firma Berndt Bau, die die Maßnahme effektiv umgesetzt hat.