NSG Externsteine

Lage und Abgrenzung

Das 127 ha große NSG umfasst die zum mittleren Höhenzug des Teutoburger Wald gehörenden Bergrücken Bärenstein (317 m) und Knickenhagen (316 m). Das Tal der Wiembecke trennt diese beiden Erhebungen. Im Norden vorgelagert liegt der Schliepstein. Das Gebiet ist zugleich FFH-Gebiet (DE- 4119-301).

 

Charakteristika des NSG

Die namensgebenden markanten Felstürme formieren sich aus Osning-Sandstein, der das Rückgrat des Höhenzuges bildet. Neben diesen Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation war das Vorhandensein des Lebensraumtyps Trockene Heidegebiete (hier: Bergheiden) ausschlaggebend für die Meldung als FFH-Gebiet. Ferner treten Erlen-Eschen- und Weichholz-Auenwälder, Hainsimsen-Buchenwälder und kleinflächig Übergangs- und Schwingrasenmoore auf. Weitere wichtige Schutzgüter stellen die Hudewaldrelikte und orchideenreichen, feuchten Ausprägungen von Glatthaferwiesen dar. Künstlich angelegt wurden ein größerer Teich direkt an den Hauptfelsen sowie mehrere kleinere Teiche im Wiembecketal.

Orchideenwiese vor den Externsteinen | Foto: H. Sonnenburg
Alte Schneitelbuche| Foto: H. Sonnenburg
Blühende Bergheide | Foto: H. Sonnenburg
Fuchs-Knabenkraut | Foto: B. Brautlecht

Als FFH-relevante Tierart des NSG ist insbesondere der Eremit zu nennen. Der Kammmolch und die Geburtshelferkröte konnten ebenso wie der Grauspecht in den letzten Jahren nicht mehr nachgewiesen werden. Als weitere Arten der Vogelschutzrichtlinie sind Schwarzspecht, Mittelspecht und Kleinspecht zu nennen.

Darüber hinaus beherbergt das Gebiet eine ganze Reihe gefährdeter oder geschützter Arten, die nicht FFH-relevant sind. Hier sind insbesondere große Bestände von vier Orchideenarten zu nennen: Geflecktes Knabenkraut (Unterart Fuchs-Knabenkraut), Breitblättriges Knabenkraut, Mücken-Händelwurz und Großes Zweiblatt. Bemerkenswert sind auch große Bestände des Sumpf-Veilchens und der Natternzunge.

Und was macht die Biologische Station dort?

Das NSG Externsteine zählt seit längerem zu einem der Hauptbetreuungsgebiete der Biologische Station Lippe. Unsere Aktivitäten in diesem überregional bekannten Gebiet sind vielfältig:

Kartierungen / Gutachten

Teich mit Schlitzblättrigem Hahnenfuß | Foto: H. Sonnenburg
  • Seit Gründung der Biologischen Station erfassen wir Tier- und Pflanzenarten im Bereich des NSG Externsteine, insbesondere auch vor dem Hintergrund der Besucherlenkung.
  • Im Rahmen des Biotopmonitorings des LANUV wurden in 2009 die Bergheiden am Knickenhagen kartiert. 
  • Seit der Wiederentdeckung des Eremiten stehen auch die Hudewaldrelikte im Fokus. In Kooperation mit der Biologischen Station Lippe hat der Landesverband Lippe hier bereits Auslichtungsmaßnahmen durchgeführt. Diese Arbeiten sollen in den nächsten Jahren noch fortgesetzt werden.
  • Aktuell erstellen wir einen Pflege- und Entwicklungsplan für das NSG.

Biotoppflege

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Bergheide am Knickenhagen. Die Heide wurde in den letzten Jahren mehrmals erweitert, indem Fichten und Birken entnommen wurden. Seit vielen Jahren werden die Flächen von der Schaf- und Ziegenherde der Biologischen Station Lippe beweidet. Dadurch wird eine Ausbreitung von Gehölzen auf den offenen Heideflächen verhindert.
Seit zehn Jahren führen wir in Kooperation mit dem Landesverband Lippe Pflegemaßnahmen in einem kleinen Hangmoor durch. Hier wurden Fichten, Faulbaum- und Weidengebüsche beseitigt. Dadurch sollen der Wasserentzug und die Beschattung verringert und konkurrenzschwache Moorpflanzenarten wie das Schmalblättrige Wollgras gefördert werden.

Beweidung der Bergheiden mit Ziegen und Schafen. | Foto: H. Sonnenburg
Freistellen von Wacholder | Foto: M. Füller

Besucherlenkung / Umweltbildung

Wir führen regelmäßig Führungen durch. Die Externsteine gehören mit jährlich rund 500 tausend Besuchern zu den größten touristischen Attraktionen der Region. Dieser hohe Besucherandrang stellt für das umgebende Naturschutzgebiet eine besondere Herausforderung dar. Mit dem Projekt „Natur trifft Kultur am Fels“ haben sich der Landesverband Lippe und die Biologische Station Lippe zur Aufgabe gemacht, Naturschutz und Tourismus in Einklang zu bringen. Das Infozentrum Externsteine ist Teil einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung im Naturschutzgebiet Externsteine.
Seit Gründung der Biologischen Station sind wir an der Entwicklung von naturverträglichen Besucherlenkungskonzepten beteiligt. Beispielsweise wurden mehrere trittempfindliche, feuchte Orchideenwiesen durch einfache Leitvorrichtungen gesichert. Diese Maßnahmen werden aktuell auch in anderen Bereichen fortgesetzt. Unter anderem gilt es einen Uhubrutplatz vor einem starken Besucheransturm zu schützen.

Einfache, aber ausreichende Besucherlenkung an einer Orchideenwiese. | Foto: H. Sonnenburg
Führung an einem ausgelichteten Hudewaldrelikt | Foto: St. Radeck
Schautafel zum Thema Bergheidepflege | Foto: M. Füller

Kooperation

Die Maßnahmeumsetzung war nur möglich durch die gute Kooperation mit der Forstverwaltung des Landesverbandes Lippe und mit der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Lippe. Wir danken insbesondere Herrn Forstdirektor U. Braun und den Fachbereichsleiter bei der Denkmal-Stiftung Herrn St. Radeck für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgte über die Förderprogramme des Naturschutzes.

Aktuelle Entwicklungen

Trotz des Besucherandrangs brüten seit Jahren Uhus erfolgreich im NSG. | Foto: M. Grüntgens
  • Der erst im Frühjahr 2010 entdeckte große Bestand der Natternzunge erstreckt sich nunmehr auf zwei räumlich voneinader getrennten Feuchtwiesen. 
  • Der Uhu hat 10 Mal in Folge erfolgreich im NSG gebrütet, hat aber 2020 keinen Bruterfolg mehr gehabt.
  • 2019 und 2020 wurden mehrere Brutbäume des Eremiten neuentdeckt - erstmals auch in einer Erle.
  • 2018 setzte eine Borkenkäferkalamität ein, die bis 2020 fast den gesamten Fichtenbestand (außer Jungwuchs) zum Absterben gebracht hat. Am Knickenhagen kann nun also ein Waldumbau stattfinden

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