Maßnahmeumsetzung 2019

Sanierung von Artenschutzgewässern im Schwalenberger Wald

Mit Hilfe einer ELER-Förderung (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) - also mit Mitteln der EU und des Landes NRW und einem vom Kreis Lippe finanzierten Eigenanteil - konnten im Oktober 2019 drei Maßnahmen zur "Vernetzung und Revitalisierung von Artenschutzgewässern im FFH-Gebiet "Schwalenberger Wald" umgesetzt werden. Die benötigten Flächen wurden von der Forstverwaltung des Landesverbandes Lippe entschädigungsfrei zur Verfügung gestellt. Im Einzelnen handelte es sich um

  • Neuanlage eines Artenschutzgewässers auf der Honede
  • Sanierung des zunehmend trockenfallenden Seerosenteiches
  • Entschlammung eines Kleingewässers auf der Kuppe des Mörthes

Antragsteller war der Kreis Lippe, Planung und Bauleitung wurden von der Biologischen Station Lippe durchgeführt.

Nach der Bewilligung der Fördergelder im April 2019 konnte, nach der durch den Kreis Lippe durchgeführten Vergabe, Anfang Juli der Auftrag vergeben werden. Zur Durchführung der Maßnahme war der Zeitraum August bis Oktober 2019 vorgesehen, da hier bei den weitgehend ausgetrockneten zu sanierenden Gewässern die geringsten Beeinträchtigungen für Wasserlebewesen zu erwarten sind.

Im Vorfeld veranlasste die Forstverwaltung des Landesverbandes Lippe dankenswerterweise die Entnahme von Bäumen im Umfeld der Maßnahmebereiche, da z.B. die Undichtigkeiten des Seerosenteiches vermutlich mit der Durchwurzelung der Uferwälle in Zusammenhang standen.

Sanierung des Seerosenteiches

Ausgangszustand
Ausblutender Schlamm
Entschlammung
Freigelegter Tonboden
Abgedichtete Wälle
November 2019

Gewässeranlage auf der Honede

Ausgangszustand
Geländeprofilierung
Entfernung Oberboden
Aufbau der Uferwälle
Fertiger Teich
Nov. 2019

Entschlammung Kleingewässer

Ausgangszustand
Mitten im Wald
Entschlammung
Uferwall
Profilierter Teich
November 2019

Und was bringt das?

Seit 1996 wurden infolge der durchgeführten Maßnahmen 4 neu besiedelte Kammmolch-Gewässer nachgewiesen. Ein im Jahr 2006 angelegtes Gewässer beherbergt heute das Hauptvorkommen der Großen Moosjungfer im Schwalenberger Wald. Trotz dieser positiven Entwicklung sind aufgrund der zwangsläufigen Alterung der Gewässer auch in Zukunft weitere Maßnahmen nötig.

Aufrechter Igelkolben mit Libellen-Exuvie
Frisch geschlüpfte Kleine Moosjungfer | Fotos M. Füller

Danksagung

Für die Unterstützung bei der aktuellen Maßnahme danken wir insbesondere Frau Hoffmann, Frau Reckefuß, Herrn Schierholz (Landesverband Lippe), Herrn Omilian, Herrn Zimmermann (UNB Kreis Lippe), Frau Caspersmeier, Frau Rüther (BR Detmold) und der Vergabestelle des Kreises Lippe.