Mysteriös und ungefährlich – der Riesenweberknecht

 

Seit dem Jahr 2007 hat der Riesenweberknecht von den Niederlanden ausgehend auch NRW erreicht. Mit seiner beachtlichen Größe (Beinspannweite bis 18 cm), den markanten hellen Gelenken der schwarzen Beine und dem grünlich-metallisch schimmernden Körper wird die Art sehr schnell erkannt und allgemein beachtet. Für Aufregung sorgen regelmäßig auch Massenansammlungen von bis zu über 1000 Individuen, die tagsüber gemeinsam ruhen. Bei Störungen kann die ganze Gemeinschaft gemeinsam zu schwingen anfangen – eine Strategie zur Feindabwehr.

Die zunehmende Ausbreitung der Art kann auf der Verbreitungskarte der Arachnologischen Gesellschaft verfolgt werden. In Lippe gibt es, abgesehen von dem hier beschriebenen Fund in Heidenoldendorf, nur eine weitere verdächtige Sichtung in Leopoldshöhe. Große Ansammlungen sind bislang noch nicht bekannt geworden. Immerhin bestand die von Dennis Wolter festgestellte Gruppe aus 17 Individuen.

Ob Riesenweberknechte hier wirklich heimisch werden, bleibt abzuwarten. Falls ja, werden sie am ehesten unter Brücken oder an anderen, regengeschützten menschlichen Bauwerken anzutreffen sein. Spannend und bislang nicht abschließend geklärt ist die Frage, ob von den Riesen eine Gefahr für heimische Tierarten ausgeht, indem diese entweder verdrängt oder als Beutetiere dezimiert werden. Nachts gehen die Tiere einzeln auf Nahrungssuche und stellen Spinnen, anderen Weberknechten und Insekten nach.

Riesenweberknechte sind für Menschen völlig harmlos. Sie besitzen weder Gift noch Stacheln und springen keine Menschen an. Weberknechte, von denen weltweit bislang etwa 125 Arten beschrieben wurden, gehören zu den Spinnentieren. Der Name ist irreführend, denn Weberknechte haben keine Spinndrüsen und weben somit keine Netze. Über den Namensursprung scheiden sich die Geister.  Abgerissene Gliedmaßen bewegen sich noch eine ganze Weile hin und her – womöglich erinnert das an das nach rechts und links fliegende Webschiffchen.

Bis heute ist unklar, um welche Art es sich bei unserem mitteleuropäischen Neubürger eigentlich genau handelt. Fest steht nur, dass sie zuvor in Europa unbekannt war. In der Fachwelt läuft dieses vermutlich aus Afrika eingeschleppte mysteriöse Tier seitdem als Leiobonum spec.  – oder einfach Riesenweberknecht.

 

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